Myrmecocystus

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Myrmecocystus
(Honigtopfameisen)
Myrmecocystus sp. Myrmecocystus sp.
Systematik
Unterfamilie: Formicinae
Gattung: Myrmecocystus
Wissenschaftlicher Name
Myrmecocystus

Wesmael, 1838

Myrmecocystus ist eine Gattung aus der Unterfamilie Formicinae, die auch als Honigtopfameisen bezeichnet werden. Sie ist an das Leben in Halbwüsten angepasst, wo die Ameisen tiefe Bodennester anlegen. Während der trockenen Sommerzeit gibt es in ihrem Lebensraum keine Honigtau liefernden Insekten.

Um in dieser Zeit die Versorgung mit Kohlehydraten sicher zu stellen, werden im Frühjahr einige Arbeiterinnen sehr stark mit Honigtau gefüttert, so dass ihr Kropf und damit die Gaster bis auf Erbsengröße anschwellen. Diese Speichertiere (Repleten) hängen in tiefen Kammern von der Decke und sind nicht fähig, sich eigenständig fortzubewegen. Während der nahrungsarmen Zeit geben sie den Kropfinhalt per Regurgitation an die Nestgenossinnen wieder ab.

(Beachte: Als „desert“ werden in der amerikanischen Literatur auch solche Regionen bezeichnet, die im geografischen Sinne Halbwüsten sind, die also noch einen beträchtlichen Bewuchs mit xeromorphen Pflanzen aufweisen!)

Bekannte Vertreter dieser Gattung sind Myrmecocystus mimicus und Myrmecocystus mexicanus. Die ersten M. mexicanus-Jungköniginnen wurden spätestens 2003 durch den Ameisenhandel eingeführt. Versuche zur Koloniegründung und Haltung sind anscheinend stets gescheitert; bis Februar 2009 sind jedenfalls keine Berichte über erfolgreiche Haltung aufgetaucht. Auch die Haltung der ebenfalls importierten M. mimicus ist wahrscheinlich mit diversen Schwierigkeiten behaftet, ebenfalls ist bislang kein einziger Bericht über eine langfristig erfolgreiche Haltung zu finden.

Literatur: Hölldobler, B., Grillenberger, B. & Gadau, J (2011): Queen number and raiding behavior in the ant genus Myrmecocystus (Hymenoptera: Formicidae). Myrmecological News 15, 53-61 Online Earlier, for print 2011

Abstract An experimental field study demonstrates that mature colonies of Myrmecocystus mimicus WHEELER, 1908 raid neigh-boring conspecific small colonies without preceding territorial tournament actions. We also report a total of 17 complete brood raids that did not originate from territorial tournaments, collected during 10 field research seasons. The number of captured brood and booty varied greatly: 6 - 137 larvae, 9 - 152 pupae, 0 - 4 callows, 0 - 23 honeypots. We also observed raiding ants transporting liquid food in their crops when they left the raided nest (49 - 409). Most likely, this food was solicited from honeypots inside the foreign nest. In general, the captured booty during these raids is considerably smaller than that retrieved during raids that originated from tournaments. The socio-genetic analyses provided evidence that workers eclosing from raided brood become part of the work force of the raider colony. This was shown for Myrmecocystus mimicus and M. depilis FOREL, 1901. In M. depilis, we confirm previous findings by KRONAUER & al. (2003) of interspecific raiding (i.e., M. depilis raids M. mimicus but not vice versa). In addition, we provide genetic evidence for facultative polygyny in M. mimicus, and obligatory monogyny and occasional polyandry in M. depilis.

Weblinks[Bearbeiten]