Befruchtung

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Die Befruchtung ist der Vorgang, bei dem ein Spermium in das Ei eindringt, und seine Chromosomen (haploider Satz) sich mit denen der Eizelle (ebenfalls haploider Satz) im Eikern zum diploiden Chromosomensatz vermischen. Eine derart befruchtete Eizelle beginnt sich zu entwickeln, der Chromosomensatz verdoppelt sich, dann teilt sich der Kern und wenig später auch die Zelle. Unter zahlreichen weiteren Teilungen der Zellen entsteht der Embryo, der schließlich als Larve aus dem Ei schlüpft.

Eier, aus denen männliche Larven werden sollen, werden bei den Hautflüglern nicht besamt; folglich kommt es nicht zur Befruchtung, und das haploide Ei teilt sich in weitere haploide Zellen: Die entstehenden Männchen sind in allen Geweben haploid, haben in jeder Zelle nur einen einfachen Chromosomensatz (der natürlich ganz von der Mutter stammt).

Im Ovarium (Eierstock) der Weibchen kommt es zur "Reduktionsteilung", bei der jede Eizelle nur wieder EINEN Chromosomensatz erhält, also haploid wird. In den Hoden der Hymenopteren-Männchen fällt die Reduktionsteilung weg, denn die Urkeimzellen sind bereits haploid.

http://www.ameisenforum.de/ameisenforum-2001-2005-archiv/21928-ist-das-ei.html Daraus: A. Buschinger - Eiablage, Befruchtung und Furchung (15.05.2004)

Ein Ameisenei gleitet zuerst aus der Ovariole (Eiröhre, wo es herangewachsen und mit Dotter angereichert wurde) in den kurzen lateralen Ovidukt ("seitlicher Eileiter", einer für jedes der beiden Ovarien), dann in den oviductus communis ("gemeinsamer Eileiter", nur einer). Erst dort mündet der Gang von der Spermatheca (= receptaculum seminis, Spermabehälter) in den Eileiter, und erst dort kann somit die Besamung und Befruchtung stattfionden. Dann muss das Ei auf jeden Fall abgelegt werden, bevor das nächste folgt. Also: Befruchtung kurz vor bzw. während der Ablage. Erste Furchung erfolgt somit im Normalfall nach der Ablage. In Ausnahmefällen kann das Ei bereits im Eileiter mit der Furchung beginnen. Dann wird u.U. nur eine von zwei, oder eine von bereits 4 Furchungszellen befruchtet. Das Ergebnis sind "Halbseitenzwitter", oder "Mosaikgynander", bei denen eine Hälfte des adulten Tieres (stets in Längsrichtung!) männlich, die andere weiblich ist, oder aber ein weitgehend weibliches Tier hat ein paar schwarze (männliche) Flecken, einen langen Männchenfühler usw.. Dies ist allerdings nicht die einzige Möglichkeit, nach der solche Gynander entstehen können. Bei der Pharaoameise hat man durch Hitzeschock ebenfalls dieses Phänomen erzeugen können.

Superfizielle Furchung kommt bei allen Insekten vor. Das hängt mit dem Dotter-Reichtum der Insekteneier zusammen.

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