Solenopsis fugax: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 17. Mai 2012, 14:09 Uhr

Solenopsis fugax
(Diebsameise)
Solenopsis fugax-NestSolenopsis fugax-Nest
Systematik
Unterfamilie: Myrmicinae
Gattung: Solenopsis
Art: Solenopsis fugax
Weitere Informationen
Gründung: claustral
Königinnen: polygyn
Wissenschaftlicher Name
Solenopsis fugax

(Latreille, 1798)

Solenopsis fugax (Diebische Zwergameise), Unterfamilie Myrmicinae. Sie ist eine der kleinsten in Deutschland heimischen Ameisenarten. Die Nester befinden sich stets im Boden, wobei man häufig unter flachen, sonnenwarmen Steinen sehr individuenreiche Ansammlungen von Ameisen mit Puppen antrifft (Bild 1).

Die Tiere leben in wärmeren Regionen Mittel- und Südeuropas und kommen mancherorts ungeheuer häufig vor. Oft finden sich die Nester in der Nähe von Nestern verschiedener anderer Ameisenarten. Sehr feine Gänge führen vom Diebsameisennest in die Brutkammern der Nachbarn. Die Diebsameisen schmieren ein Sekret aus ihrer Giftdrüse auf die fremde Brut. Dieses Sekret hat Repellent-Wirkung, so dass die „Eigentümer“ der Brut ihre eigenen Larven und Puppen nicht mehr berühren mögen. So können die Diebsameisen in aller Ruhe die fremde Brut zerlegen bzw. deren flüssigen Inhalt aufschlürfen und in das eigene Nest transportieren. Daher der Name „Diebsameisen“. Solenopsis fugax ist allerdings nicht auf fremde Brut als Nahrung angewiesen. Zumindest in der Haltung kommt sie mit einer Diät aus Insektenteilen und Honig(-wasser) sehr gut zurecht.

Die riesigen Völker sind zum Teil polygyn. Es wird allerdings immer wieder berichtet, dass nach Einbringen eines Volkes in ein Formikarium die Königinnen alle bis auf eine von ihren Arbeiterinnen getötet werden.

Die Arbeiterinnen kommen oft in zwei Formen vor, kleinere gelbbraune und etwas größere, dunkler braune. Über Ursache und Bedeutung ist nichts bekannt.

Die Geschlechtstiere sind sehr viel größer als die Arbeiterinnen. Sie schwärmen relativ spät im Sommer oder Herbst (September, Oktober), oft in gewaltigen Massen über offenen Flächen. Gelegentlich „stehen“ in jeweils mehreren Metern Abstand 6–8 m hohe „Säulen“ fliegender Tiere in der Landschaft. (Bilder 2 und 3). Die Koloniegründung ist claustral.

Solenopsis Boro Brut.jpg

Bild 1: Blick in ein Solenopsis-Nest mit viel Brut.


Solenopsis Boro Nest.jpg

Bild 2: Blick in das Nest von Solenopsis, mit geflügelten Geschlechtstieren.


Solenopsis Boro Kop.jpg

Bild 3: Solenopsis fugax, Pärchen in Kopula.

Herr Volker Borovski aus Klagenfurt hat mir freundlicherweise gestattet, einige seiner sehr guten Bilder von Solenopsis und Solenopsia für das Wiki zu übernehmen. Ursprünglich wurden sie im „Ameisenforum“ veröffentlicht, siehe hier. Ich habe sie etwas ausgeschnitten und leicht bearbeitet.

(A. Buschinger, 9.11.06)

Siehe auch

Weblinks

  • Bilder einer Kolonie von S. fugax in einem Gipsnest mit etwa 1000 Arbeiterinnen