Bearbeiten von „Körperbau“

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== Anatomie von Ameisenköniginnen: Ovarien und Ovariolen ==
 
== Anatomie von Ameisenköniginnen: Ovarien und Ovariolen ==
Eine weibliche Ameise hat zwei [[Ovarien]] (abgesehen von Arbeiterinnen vieler Arten, die keinerlei Ovarien besitzen). Die Ovarien sitzen jederseits auf einem lateralen Ovidukt (seitlichen Eileiter). Die beiden (je nach Gattung kürzeren oder längeren, bei Temnothorax sehr kurzen) lateralen Eileiter vereinigen sich zu einem Oviductus communis (gemeinsamer Eileiter, unpaar), der dann nach hinten in die Vagina übergeht. An der Vereinigungsstelle der lateralen Eileiter sitzt dem Ganzen das [[Receptaculum seminis]] (Spermatheca, Samentasche) auf.
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Eine weibliche Ameise hat zwei Ovarien (abgesehen von Arbeiterinnen vieler Arten, die keinerlei Ovarien besitzen). Die Ovarien sitzen jederseits auf einem lateralen Ovidukt (seitlichen Eileiter). Die beiden (je nach Gattung kürzeren oder längeren, bei Temnothorax sehr kurzen) lateralen Eileiter vereinigen sich zu einem Oviductus communis (gemeinsamer Eileiter, unpaar), der dann nach hinten in die Vagina übergeht. An der Vereinigungsstelle der lateralen Eileiter sitzt dem Ganzen das Receptaculum seminis (Spermatheca, Samentasche) auf.
 
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Am Beispiel von Temnothorax unifasciatus sollen die Verhältnisse anhand herauspräparierter Ovarien dargestellt werden.
Am Beispiel von ''[[Temnothorax unifasciatus]]'' sollen die Verhältnisse anhand herauspräparierter Ovarien dargestellt werden:
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a) Ein Königin hat zwei Ovarien mit je drei Ovariolen (= Eischläuchen). Die drei Ovariolen links gehören zum linken, die drei rechts zum rechten Ovarium. Bei älteren, funktionellen Königinnen sind die in der Gaster aufgeknäuelten Ovariolen in ausgestrecktem Zustand so lang wie das ganze Tier. Temnothorax- und Leptothorax-Königinnen (Gynen) haben fast immer 2 x 3 = 6 Ovariolen. Bei wenigen Arten sind es acht oder mehr. In Gattungen mit größeren Königinnen können die Ovarien mehrere Hundert Ovariolen umfassen.
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b) Eine junge Königin, die noch keine Eier legt, hat sehr kurze Ovariolen. Sie wachsen bei dieser Gattung erst nach der Paarung heran und bleiben relativ kurz, bis genügend Nahrung durch Arbeiterinnen bereitgestellt werden kann (das sind vielfach Drüsensekrete der Arbeiterinnen!). Die Produktion von Eiern ist zunächst sehr langsam. Sie wächst auf ca. 100 bis 200 in einer Sommersaison, wenn das Volk 100 und mehr Arbeiterinnen hat.
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c) Die Ovarien einer Arbeiterin von Temnothorax unifasciatus. Sie umfassen nur je eine Ovariole, die auch kurz bleibt. Bei Jungtieren können 1-2 Eier angelegt werden, die aber dann wieder verschwinden (resorbiert werden). Nur in Kolonien ohne Königin erzeugen Arbeiterinnen Eier, die abgelegt werden und sich zu Männchen entwickeln.
  
 
[[bild:Ovar Tunif.jpg]]  
 
[[bild:Ovar Tunif.jpg]]  
 
a) Eine Königin hat zwei Ovarien mit je drei [[Ovariole]]n (= Eischläuchen). Die drei Ovariolen links gehören zum linken, die drei rechts zum rechten Ovarium. Bei älteren, funktionellen Königinnen sind die in der Gaster aufgeknäuelten Ovariolen in ausgestrecktem Zustand so lang wie das ganze Tier. ''[[Temnothorax]]''- und ''[[Leptothorax]]''-Königinnen ([[Gyne]]n) haben fast immer 2 x 3 = 6 Ovariolen. Bei wenigen Arten sind es acht oder mehr. In Gattungen mit größeren Königinnen können die Ovarien mehrere hundert Ovariolen umfassen.
 
 
b) Eine junge Königin, die noch keine [[Ei]]er legt, hat sehr kurze Ovariolen. Sie wachsen bei dieser Gattung erst nach der Paarung heran und bleiben relativ kurz, bis genügend Nahrung durch Arbeiterinnen bereitgestellt werden kann (das sind vielfach [[Drüsen]]sekrete der Arbeiterinnen!). Die Produktion von Eiern ist zunächst sehr langsam. Sie wächst auf ca. 100 bis 200 in einer Sommersaison, wenn das Volk 100 und mehr Arbeiterinnen hat.
 
 
c) Die Ovarien einer Arbeiterin von ''Temnothorax unifasciatus''. Sie umfassen nur je eine Ovariole, die auch kurz bleibt. Bei Jungtieren können 1-2 Eier angelegt werden, die aber dann wieder verschwinden (resorbiert werden). Nur in [[weisellos|Kolonien ohne Königin]] erzeugen Arbeiterinnen Eier, die abgelegt werden und sich zu [[Männchen]] entwickeln.
 
  
 
(A. Buschinger, 1.9.2006)
 
(A. Buschinger, 1.9.2006)
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