Harpagoxenus sublaevis: Unterschied zwischen den Versionen

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(A. Buschinger)
 
(A. Buschinger)
  
Anmerkung: Das copyright für Bild 1 und 2 (farbig) ist nicht ganz geklärt. Die Tiere hatte ich zur Verfügung gestellt; die Fotos wurden im Auftrag einer Wochenzeitung durch Herrn Kurt Hirschel (Stuttgart) aufgenommen. Für das Einstellen in das Ameisenwiki übernehme ich die Haftung. Übernahme auf private homepages sollte besser vermieden werden. - A. Buschinger
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Anmerkung: Das copyright für Bild 1 und 2 (farbig) ist nicht ganz geklärt. Die Tiere hatte ich zur Verfügung gestellt; die Fotos wurden im Auftrag einer Wochenzeitung durch Herrn Kurt Hirschel (Stuttgart) aufgenommen. Für das Einstellen in die Ameisenwiki übernehme ich die Haftung. Übernahme auf private homepages sollte besser vermieden werden. - A. Buschinger

Version vom 8. Februar 2009, 10:05 Uhr

Harpagoxenus sublaevis gehört zur Unterfamilie der Myrmicinae und zur Gattung Harpagoxenus. Die Arbeiterinnen sind 3,5-5,4mm, die Königinnen: 4,7-5,7mm und die Männchen: 3,7-4,5mm groß. H. sublaevis ist braun; die vordere Kopffläche ist in der Mitte meist dunkler. Diese Art besitzt lange, goldgelbe Borsten auf allen Körperteilen.

Harpagoxenus sublaevis lebt in Mittel- und Nordeuropa und nistet in trockenen Ästchen oder Borkenstücken auf dem Boden (selten im Gebirge auch in Felsspalten). Diese Art bevorzugt warme und trockene Gebiete. Sie hält Winterruhe von Oktober bis März. Geschlechtstiere sind im Freiland von Juni-August zu sehen, es findet aber kein richtiger Schwarmflug statt (s. u.).

Diese seltene Art benötigt Hilfameisen, die stets der Gattung Leptothorax angehören. Die Königinnen können keine eigenständige Nestgründung vollziehen; die begattete Königin dringt gewaltsam in ein Leptothorax-Nest ein und tötet oder verstümmelt die fremden Arbeiterinnen sowie die Königin(nen) mit ihren scherenartigen, nicht gezähnten Mandibeln. Die bald schlüpfenden Hilfsameisen sehen sie als ihre Königin an und kümmern sich um die restliche Hilfsameisenbrut und die Brut der H. sublaevis Königin. Die Hilfameisen übernehmen fast alle Arbeiten: Furagieren, Füttern der H. sublaevis, Nestbau, Brutpflege, etc.

Die große Mehrzahl der Königinnen sind flügellose, der Arbeiterin sehr ähnlich sehende "Intermorphe". Ge- bzw. nach Begattung entflügelte "Normalköniginnen" (= Gynomorphe) sind extrem selten (Die Arbeitsgruppe Buschinger fand unter rund 1.000 im Freiland gesammelten oder kontrollierten Völkern ganze 8 (acht!) mit einer entflügelten Königin. Etwas höher ist der Prozentsatz von Völkern mit intermorpher Königin, unter deren Nachkommen sich sowohl intermorphe als auch gynomorphe Jungweibchen befinden. Der Unterschied ist genetisch bedingt, wie umfangreiche Züchtungs- und Kreuzungsversuche bewiesen haben. In Nordeuropa (Schweden, Finnland) fehlt das Gen für geflügelte Weibchen offenbar ganz, es gibt dort ausschließlich flügellose intermorphe Königinnen.

Harpagoxenus sublaevis hat hauptsächlich Leptothorax acervorum als Wirtsart, daneben L. muscorum und selten L. gredleri. Oft sind L. acervorum und L. muscorum, selten auch zusätzlich L. gredleri als Sklaven nebeneinander in ein- und demselben Harpagoxenusvolk. Sklaven werden also aus allen erreichbaren Nestern von Arten der Gattung Leptothorax geraubt.

Bild 1 zeigt eine Seitenansicht einer H. sublaevis-Arbeiterin.

Harpagoxenus1.jpg

Bild 2: Kopf von vorn. Deutlich sind die scherenartigen Mandibeln erkennbar. Durch drei Ocellen auf dem Kopf weist sich das Tier als Intermorphe aus, eine flügellose Königinform.

Harpagoxenus2.jpg

Bild 3: Begattungsbereite Intermorphe (ebenso wie die geflügelten Gynomorphen) stellen sich in Nestnähe auf, strecken den Stachel aus und locken mit einem Sexualpheromon aus der Giftdrüse umherfliegende Männchen an, das so genannte „Locksterzeln“ (engl. „female calling“).

Harpagoxenus3.jpg

Bild 4: Ein Männchen hat das sterzelnde Weibchen entdeckt. Mit heftigen Fühlerschlägen reitet er auf. Harpagoxenus4.jpg


Bild 5: Die Verhängung ist nach ca. 1 Minute beendet, das Männchen sinkt nach hinten über, die junge Königin dreht sich so, dass sie das Männchen in die Gaster beißen kann. Daraufhin löst sich die Verhängung. Ein Weibchen wird nur einmal begattet, ein Männchen kann bis zu etwa 10 Weibchen begatten. Das macht Sinn, weil in der Umgebung eines Nestes gleichzeitig 10 oder 20 und mehr Weibchen in nächster Nachbarschaft sterzeln können.

Harpagoxenus5.jpg

(A. Buschinger)

Anmerkung: Das copyright für Bild 1 und 2 (farbig) ist nicht ganz geklärt. Die Tiere hatte ich zur Verfügung gestellt; die Fotos wurden im Auftrag einer Wochenzeitung durch Herrn Kurt Hirschel (Stuttgart) aufgenommen. Für das Einstellen in die Ameisenwiki übernehme ich die Haftung. Übernahme auf private homepages sollte besser vermieden werden. - A. Buschinger