Erdnest: Unterschied zwischen den Versionen

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Ein '''Erdnest''' ist für die [[Systematik|Arten]], die ihre Nester in der Erde graben, die wohl natürlichste Lebensumgebung. Ein Nachteil besteht allerdings darin, dass der Halter außer der Außenaktivität kaum etwas vom Nestleben sieht. Ein Vorteil ist wiederum die bessere Abfallversorgung, da Abfallverwerter wie z. B. [[Springschwänze]] oder [[Asseln]] hier direkt im Nest agieren können und Futterreste oder Schimmel vertilgen.
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[[Bild:Ant Nest.jpg|thumb|150px|Neststruktur der Ernteameise ''[[Pogonomyrmex badius]]'']]
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Das Erdnest ist die häufigste [[Ameisennest|Nestart]] überhaupt, dabei graben Ameisen ihre Gänge und verschiedene Kammern in die Erde hinein. Dazu tragen sie wiederholt Bodengrund an die Oberfläche; von ''[[Lasius flavus]]'' besiedelte Wiesen weisen so eine durchschnittliche Umlagerung von ein bis zwei Tonnen Substrat an die Erdoberfläche pro Jahr und Hektar auf.<ref>Bernhard Seifert: Die Ameisen Mittel- und Nordeuropas; Lutra Verlags- und Vertriebsgesellschaft, Görlitz/Tauer 2007; ISBN 978-3-936412-03-1
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[[Bild:Lasius_flavus_DSC09070.JPG|thumb|left|150px|Erdnest mit Kuppel von ''[[Lasius flavus]]'']]
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Erdnester unter Steinen bieten außerdem den Vorteil, dass diese ein sehr guter [[Temperatur|Wärme]]speicher sind. Es gibt Arten, wie manche [[Ernteameisen]] der Gattung ''Messor'', die um ihr Erdnest einen Kraterwall errichten.
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Einige Erdnester, wie z. B. die der Gelben Wiesenameise, haben eine von Gängen und Kammern durchzogene Erdkuppel. In diesem Fall spricht man von Hügelnestern, ebenso wie bei den aus Pflanzenmaterial aufgetürmten Nestern der [[Waldameisen]]. Kuppeln haben den Vorteil, dass sie eine größere Oberfläche als flache Nester besitzen und dadurch mehr wärmende Sonnenstrahlung auffangen können. Tatsächlich sind die Hügel umso steiler je schattiger die Nester liegen. Die Erdkuppeln werden um natürliche Stützen wie Grashalme gebaut und sind daher oft von Pflanzenwurzeln durchzogen. Durch die veränderten Wuchsbedingungen unterscheidet sich die Vegetation auf den Hügeln tw. deutlich von der umliegenden Pflanzengesellschaft.<ref>Hermann Eidmann 1943: Die Überwinterung der Ameisen; Zeitschrift für Morphologie und Ökologie der Tiere 39/2: 217-275</ref>
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==Siehe auch==
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*[[Ameisennest]]
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*[[Ameisenfarm]]
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==Einzelnachweise==
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<references/>
  
Generell sollte man bei dieser Variante versuchen, dass gesamte Formicarium so natürlich wie möglich zu gestalten.
 
 
[[Kategorie:Ameisenhaltung]]
 
[[Kategorie:Ameisenhaltung]]

Aktuelle Version vom 11. Juni 2013, 13:23 Uhr

Neststruktur der Ernteameise Pogonomyrmex badius

Das Erdnest ist die häufigste Nestart überhaupt, dabei graben Ameisen ihre Gänge und verschiedene Kammern in die Erde hinein. Dazu tragen sie wiederholt Bodengrund an die Oberfläche; von Lasius flavus besiedelte Wiesen weisen so eine durchschnittliche Umlagerung von ein bis zwei Tonnen Substrat an die Erdoberfläche pro Jahr und Hektar auf.[1]

Erdnest mit Kuppel von Lasius flavus

Erdnester unter Steinen bieten außerdem den Vorteil, dass diese ein sehr guter Wärmespeicher sind. Es gibt Arten, wie manche Ernteameisen der Gattung Messor, die um ihr Erdnest einen Kraterwall errichten.

Einige Erdnester, wie z. B. die der Gelben Wiesenameise, haben eine von Gängen und Kammern durchzogene Erdkuppel. In diesem Fall spricht man von Hügelnestern, ebenso wie bei den aus Pflanzenmaterial aufgetürmten Nestern der Waldameisen. Kuppeln haben den Vorteil, dass sie eine größere Oberfläche als flache Nester besitzen und dadurch mehr wärmende Sonnenstrahlung auffangen können. Tatsächlich sind die Hügel umso steiler je schattiger die Nester liegen. Die Erdkuppeln werden um natürliche Stützen wie Grashalme gebaut und sind daher oft von Pflanzenwurzeln durchzogen. Durch die veränderten Wuchsbedingungen unterscheidet sich die Vegetation auf den Hügeln tw. deutlich von der umliegenden Pflanzengesellschaft.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ^ Bernhard Seifert: Die Ameisen Mittel- und Nordeuropas; Lutra Verlags- und Vertriebsgesellschaft, Görlitz/Tauer 2007; ISBN 978-3-936412-03-1
  2. ^ Hermann Eidmann 1943: Die Überwinterung der Ameisen; Zeitschrift für Morphologie und Ökologie der Tiere 39/2: 217-275