Plagiolepis alluaudi: Unterschied zwischen den Versionen

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''P. alluaudi'' ist eine winzige Ameise, vermutlich ostafrikanischer Herkunft, die inzwischen weltweit in den Tropen und fast weltweit in Warmhäusern, Botanischen Gärten usw. auch der Außertropen verbreitet ist. Sie ist gelblich gefärbt.  
'''''P. alluaudi''''' ist eine winzige Ameise, vermutlich ostafrikanischer Herkunft, die inzwischen weltweit in den Tropen und fast weltweit in Warmhäusern, Botanischen Gärten usw. auch der Außertropen auftritt.  
==Merkmale==
''Plagiolepis alluaudi'' weißt eine gelbliche Färbung auf, wobei Arbeiterinnen wesentlich heller gefärbt sind als Geschlechtstiere. Die Art weist sehr kleine Individuen auf, Arbeiterinnen werden kaum länger als 1,25 mm, die Königinnen erreichen hingegen eine Länge von über 2 mm.


Die Kolonien sind hochgradig polygyn, wahrscheinlich unikolonial. Sie leben im Boden, unter Steinen, Brettern, in Blumentöpfen und –kästen und enthalten anscheinend fast dauernd geflügelte Geschlechtstiere.
Kolonien von ''Plagiolepis alluaudi'' sind hochgradig [[polygyn]], wahrscheinlich [[unikolonial]] und enthalten anscheinend fast dauernd geflügelte Geschlechtstiere.
==Verbreitung und Lebensraum==
''Plagiolepis alluaudi'' lebt vorzugsweise im Boden, unter Steinen, Brettern, in Blumentöpfen und –kästen.
Nach einigen Beobachtungen kann die Art in einem einzigen Blumentopf auf einer Fensterbank dauerhaft überleben, vorausgesetzt die im Blumentopf lebende Pflanze ist von Honigtau erzeugenden Blatt- oder Schildläusen besiedelt.


Nach eigenen Beobachtungen kann die Art in einem einzigen Blumentopf auf einer Fensterbank dauerhaft leben, wenn nur die Pflanze von Honigtau erzeugenden Blatt- oder Schildläusen besiedelt ist.
In Deutschland wurde die Art schon vor sehr langer Zeit eingeschleppt, und sie wurde wohl durch Pflanzentausch zwischen Botanischen Gärten usw. verbreitet. Aus dem Darmstädter Bot. Garten ist sie seit 1973 bekannt.


Die Ameisen sind nicht auffallend schädlich, können jedoch in Gewächshäusern die wünschenswerte biologische (giftfreie) Bekämpfung von Pflanzenläusen unmöglich machen: Sie fressen die zur Bekämpfung eingesetzten Schlupfwespchen.


Eine Diplomarbeit aus 2006 enthält genaue Angaben:
Die Ameisen sind nicht auffallend schädlich, können jedoch in Gewächshäusern die wünschenswerte biologische also giftfreie Bekämpfung von Pflanzenläusen unmöglich machen, indem sie die oftmals zur Bekämpfung eingesetzten Schlupfwespen fressen.<ref>Diplomarbeit (2006) http://www.obg.uni-bayreuth.de/de/Forschung/Stud_Abschlussarbeiten/Abschlussarbeiten/ZA_2006_pohl_Plagiolepis.pdf#pdf</ref>
http://www.obg.uni-bayreuth.de/de/Forschung/Stud_Abschlussarbeiten/Abschlussarbeiten/ZA_2006_pohl_Plagiolepis.pdf#pdf
 


'''Plagiolepis alluaudi, aktuelle Informationen'''
'''Plagiolepis alluaudi, aktuelle Informationen'''
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In Deutschland wurde die Art schon vor sehr langer Zeit eingeschleppt, und sie wurde wohl durch Pflanzentausch zwischen Botanischen Gärten usw. verbreitet. Aus dem Darmstädter Bot. Garten ist sie seit 1973 bekannt. Jetzt habe ich mich vergewissert, dass sie da noch immer gedeiht, seit nunmehr mindestens 39 Jahren!
In Deutschland wurde die Art schon vor sehr langer Zeit eingeschleppt, und sie wurde wohl durch Pflanzentausch zwischen Botanischen Gärten usw. verbreitet. Aus dem Darmstädter Bot. Garten ist sie seit 1973 bekannt. Jetzt habe ich mich vergewissert, dass sie da noch immer gedeiht, seit nunmehr mindestens 39 Jahren!


Ein paar Bilder sollen zeigen, womit man es bei ''Plagiolepis alluaudi'' zu tun hat. Winzig sind sie, die Arbeiterinnen kaum mehr als 1.25 mm lang, die Königinnen etwas über 2 mm.
Ein paar Bilder sollen zeigen, womit man es bei ''Plagiolepis alluaudi'' zu tun hat.


Die Völker sind hochgradig polygyn und umfassen Tausende von Arbeiterinnen und Hunderte von Königinnen. Wie bei Pharaoameisen, mit denen die Zwergameise oft verwechselt wird, findet die Begattung im Nest oder nahe dabei statt; man trifft keine fliegenden Tiere an, obwohl Männchen und Weibchen gut ausgebildete Flügel haben. Zumindest innerhalb eines Befallsherdes, also etwa in den Warmhäusern eines Bot. Gartens, dürften keine Reviergrenzen bestehen, dürfte die Art unikolonial sein.
Die Völker sind hochgradig polygyn und umfassen Tausende von Arbeiterinnen und Hunderte von Königinnen. Wie bei Pharaoameisen, mit denen die Zwergameise oft verwechselt wird, findet die Begattung im Nest oder nahe dabei statt; man trifft keine fliegenden Tiere an, obwohl Männchen und Weibchen gut ausgebildete Flügel haben. Zumindest innerhalb eines Befallsherdes, also etwa in den Warmhäusern eines Bot. Gartens, dürften keine Reviergrenzen bestehen, dürfte die Art unikolonial sein.
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(A. Buschinger, 28. Jan. 2012)
(A. Buschinger, 28. Jan. 2012)


=Weblinks==
==Weblinks==
*[http://www.antweb.org/description.do?rank=species&name=alluaudi&genus=plagiolepis&project=seychellesants Bilder] von ''P. alluaudi''
*[http://www.antweb.org/description.do?rank=species&name=alluaudi&genus=plagiolepis&project=seychellesants Bilder] von ''P. alluaudi''
==Einzelnachweise==
<references />

Version vom 6. April 2012, 14:18 Uhr

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Plagiolepis alluaudi
tote P. alluadi Arbeiterinnen und Gynetote P. alluadi Arbeiterinnen und Gyne
Systematik
Unterfamilie: Formicinae
Gattung: Plagiolepis
Art: Plagiolepis alluaudi
Weitere Informationen
Wissenschaftlicher Name
Plagiolepis alluaudi

Emery, 1894

P. alluaudi ist eine winzige Ameise, vermutlich ostafrikanischer Herkunft, die inzwischen weltweit in den Tropen und fast weltweit in Warmhäusern, Botanischen Gärten usw. auch der Außertropen auftritt.

Merkmale

Plagiolepis alluaudi weißt eine gelbliche Färbung auf, wobei Arbeiterinnen wesentlich heller gefärbt sind als Geschlechtstiere. Die Art weist sehr kleine Individuen auf, Arbeiterinnen werden kaum länger als 1,25 mm, die Königinnen erreichen hingegen eine Länge von über 2 mm.

Kolonien von Plagiolepis alluaudi sind hochgradig polygyn, wahrscheinlich unikolonial und enthalten anscheinend fast dauernd geflügelte Geschlechtstiere.

Verbreitung und Lebensraum

Plagiolepis alluaudi lebt vorzugsweise im Boden, unter Steinen, Brettern, in Blumentöpfen und –kästen. Nach einigen Beobachtungen kann die Art in einem einzigen Blumentopf auf einer Fensterbank dauerhaft überleben, vorausgesetzt die im Blumentopf lebende Pflanze ist von Honigtau erzeugenden Blatt- oder Schildläusen besiedelt.

In Deutschland wurde die Art schon vor sehr langer Zeit eingeschleppt, und sie wurde wohl durch Pflanzentausch zwischen Botanischen Gärten usw. verbreitet. Aus dem Darmstädter Bot. Garten ist sie seit 1973 bekannt.


Die Ameisen sind nicht auffallend schädlich, können jedoch in Gewächshäusern die wünschenswerte biologische also giftfreie Bekämpfung von Pflanzenläusen unmöglich machen, indem sie die oftmals zur Bekämpfung eingesetzten Schlupfwespen fressen.[1]


Plagiolepis alluaudi, aktuelle Informationen

In Deutschland wurde die Art schon vor sehr langer Zeit eingeschleppt, und sie wurde wohl durch Pflanzentausch zwischen Botanischen Gärten usw. verbreitet. Aus dem Darmstädter Bot. Garten ist sie seit 1973 bekannt. Jetzt habe ich mich vergewissert, dass sie da noch immer gedeiht, seit nunmehr mindestens 39 Jahren!

Ein paar Bilder sollen zeigen, womit man es bei Plagiolepis alluaudi zu tun hat.

Die Völker sind hochgradig polygyn und umfassen Tausende von Arbeiterinnen und Hunderte von Königinnen. Wie bei Pharaoameisen, mit denen die Zwergameise oft verwechselt wird, findet die Begattung im Nest oder nahe dabei statt; man trifft keine fliegenden Tiere an, obwohl Männchen und Weibchen gut ausgebildete Flügel haben. Zumindest innerhalb eines Befallsherdes, also etwa in den Warmhäusern eines Bot. Gartens, dürften keine Reviergrenzen bestehen, dürfte die Art unikolonial sein.

1-Pl.all.-mit-Wollläusen-web.jpg

Bild 1 zeigt zwei Arbeiterinnen mit Wollläusen und deren wolligen Gelegen auf einem Blatt. Die lebenden Ameisen sind ständig in Bewegung, laufen auf etliche Meter langen Drahtseilen zwischen den aufgebundenen Pflanzen, an Stämmen und Stängeln auf und ab. Sie sind kaum zu fotografieren.


2-Pl.-alluaudi-Arb.-web.jpg

3-Plag.-alluaudi-Gyne-u.-Arb..jpg

Für die Bilder 2 und 3 wurden daher einige Tiere in Alkohol konserviert und auf Millimeterpapier fotografiert. Eine frei laufende, entflügelte Königin konnte dabei mit erfasst werden.

4-Wollläuse eb.jpg

Bild 4 zeigt nochmals Wollläuse, vor allem ganz links ein ausgewachsenes Exemplar.

Die Ameisen leben nicht nur vom Honigtau der Pflanzenläuse. Ich suchte und fand sie auch an bzw. in den Blüten verschiedener Pflanzen, sowie an extrafloralen Nektarien.

(A. Buschinger, 28. Jan. 2012)

Weblinks

Einzelnachweise